«OPIOSTOP ist mehr als
nur ein Entzug»

Dr. med. Patricia Manndorff

WAS IST OPIOSTOP?

OPIOSTOP ist ein sicheres Entzugsverfahren für Opiatabhängige. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Abhängigkeit aus einem Drogenkonsum resultiert (Drogenpatienten) oder ob sie auf dem Boden einer chronischen Schmerzerkrankung entstand (Schmerzpatienten).

 

Beschleunigtes Entzugsverfahren

Das Verfahren von OPIOSTOP basiert auf der ANR-Methode (Accelerated Neuroregulation), die von Dr. med. P. Manndorff weiterentwickelt wurde. Das Verfahren besteht aus einer individuell auf den Patienten angepassten, medikamentösen Blockade der Opioidrezeptoren im Gehirn. Diese beschleunigte Blockade löst einen akuten, sehr schweren Entzug aus. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Entzug wird durch die beschleunigte Blockade die Dauer des Entzugs massiv verkürzt von ca. 1–2 Wochen auf 5–6 Stunden.

 

Narkose ermöglicht verkürzten Entzug

In dieser verkürzten Entzugszeit durchleidet der Körper sämtliche Entzugssymptome – Schmerzen, Krämpfe, Unruhe, Stress. Um das körperliche Leid dabei möglichst gering zu halten und eine hohe Sicherheit zu garantieren, wird die Behandlung unter Narkose (Allgemeinanästhesie) und unter intensivmedizinischen Bedingungen durchgeführt. Die Entzugssymptome werden dadurch zum grossen Teil nicht bewusst erlebt.

 

Mehr als ein Entzug

Die Ziele des OPIOSTOP-Verfahrens sind die individuelle Teilblockade der hochregulierten Rezeptoren und die Reaktivierung des natürlichen Opioidsystems mit Endorphinen. Damit kann der Patient oder die Patientin die positiven Effekte der eigenen Endorphine wieder spüren und das «Craving», das unstillbare Verlangen nach der Droge, verschwindet. OPIOSTOP ist somit mehr als nur ein Entzug. Die Methode umfasst neben dem eigentlichen Entzug eine Neueinstellung des Nervensystems, das durch die Opiatbhängigkeit verändert wurde. 

1:1 BETREUUNG WÄHREND
DEM ENTZUG

Die Therapie findet im intensivmedizinischen Setting des Spitals Interlaken der Spitäler fmi AG statt. Jeder Entzug nach dem OPIOSTOP-Verfahren wird von Dr. med. Patricia Manndorff und ihrem Team persönlich durchgeführt und betreut. Während der gesamten Zeit auf der Intensivstation besteht eine 1:1 Betreuung durch Dr. med. P. Manndorff und die Intensiv- oder Anästhesiefachpflege. Nach der Rückverlegung auf die Normalstation werden Patienten während der gesamten Nacht durch eine Sitzwache begleitet. Lesen Sie mehr über den Therapieablauf

WAS GESCHIEHT NACH DEM ENTZUG?

Mit dem verkürzten Entzugsverfahren im Spital Interlaken ist die Therapie noch nicht abgeschlossen. Ebenso entscheidend für den Erfolg der Therapie ist die Nachbehandlung mit Naltrexon.

Nachbehandlung mit Naltrexon 

Nach dem Entzug müssen die behandelten Patienten zur Nachbehandlung Naltrexon in Tablettenform zur Aufrechterhaltung der Rezeptorblockade einnehmen. Dosierung und Dauer der Naltrexon-Behandlung erfolgen individuell, bewegen sich in der Regel aber zwischen 25 und 50 mg/Tag für die Dauer von 12 bis 18 Monaten. Es ist nicht möglich, das Naltrexon kurzfristig abzusetzen, Opioide zu konsumieren und danach das Naltrexon wieder einzunehmen. Hier ist das hundertprozentige Mitwirken der Patienten zentral.

Aktiv bleiben

Wichtig ist in der Zeit nach dem Entzug auch die Stimulation der Endorphinproduktion, die durch die jahrelange Opioideinnahme unterdrückt wurde. Die Patienten werden daher zu regelmässiger körperlicher Aktivität aufgefordert. Hilfreich ist auch eine reichhaltige und ausgewogene Ernährung, da ein jahrelanger Opioidkonsum in der Regel starke Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt hat.

Psychosoziale Nachbetreuung

In den Fällen, in denen  psychosoziale Defizite zum Opioidkonsum führten oder durch den Opioidkonsum schwerere psychosoziale Defizite verursacht wurden, ist eine spezialisierte psychologische, psychiatrische und soziale Begleitung unabdingbar.

WAS KANN DURCH OPIOSTOP THERAPIERT WERDEN ?

OPIOSTOP ist ein rein medizinischer Eingriff, der einzig die körperliche Abhängigkeit vom Opiat therapiert und der Hunger nach dem Opiat beendet. Andere Probleme, wie psychische Probleme, durch die Sucht antrainierte Verhaltensmuster oder die Sehnsucht nach dem «Kick/Flash» zum vermeintlichen Lösen oder Verdrängen aller Probleme, können damit nicht behandelt werden. Dafür muss der Patient die Verantwortung übernehmen. Für Hilfestellung und Beratung können wir Patienten zu einem Gespräch bei einem Arzt der psychiatrischen Dienste im Spital Interlaken vermitteln.

DAS FUNKTIONSPRINZIP VON OPIOSTOP

Das Funktionsprinzip von OPIOSTOP basiert auf dem ANR-Verfahren (Accelerated Neuroregulation) und umfasst vier Behandlungsschritte.

  1. Durch eine Ansäuerung des Stoffwechsels wird ein Ausschwemmen der Opiatreservoire im Knochen und Fettgewebe angestrebt.
     

  2. Unter Narkose wird mittels einer Naltrexon-Blockade eine Regulation der Opiatrezeptoren durchgeführt.
     

  3. Das unter der externen Opiateinnahme unterdrückte Endorphinsystem wird wieder stimuliert.
     

  4. Durch die Einnahme von Naltrexon in Tablettenform erfolgt während 12 bis 18 Monaten eine Nachbehandlung. Erst danach ist die Behandlung abgeschlossen.

 

RISIKEN UND KOMPLIKATIONEN

OPIOSTOP ist ein medizinischer Eingriff unter Narkose. Die Behandlung genügt allen Standards der modernen Medizin. Grösstmögliche Sicherheit wird durch eine minutiöse Vorbereitung, eine intensivmedizinische Infrastruktur mit lückenlosem Monitoring und einer engmaschigen Nachbetreuung gewährleistet. 

 

Wie bei jedem operativen Eingriff und jeder Anästhesie/Narkose gibt es ein geringes Restrisiko für Probleme und Komplikationen. Schwere Nebenwirkungen sind jedoch extrem selten. Wichtig ist eine lückenlose Anamnese, um allfällige relevante Krankheiten (v.a. Leber-, Herz- und Lungenkrankheiten, Stoffwechselstörungen, etc.), Allergien oder frühere Narkosekomplikationen zu erkennen. 

 

Das Risiko im Rahmen der Narkose/Anästhesie entspricht demjenigen eines chirurgischen Routineeingriffs und betrifft z.B. unerwartete Reaktionen auf Medikamente, Atemstörungen, Herz- Kreislaufreaktionen bei Herzvorerkrankungen oder Komplikationen durch das Anlegen des venösen Zuganges. 

Selten sind auch psychische Komplikationen möglich mit depressiven Reaktionen, Angststörungen, Albträumen, etc.

SEIT 2012 AM SPITAL INTERLAKEN

Der Opiatentzug unter Narkose wird seit 2012 durch Dr. med. Patricia Manndorff am Spital Interlaken durchgeführt. Bis 2018 wurde die Behandlung unter dem Namen ANR (Accelerated Neuroregulation) angeboten. ANR wurde durch Dr. med. A. Waismann begründet und von Dr. med. P. Manndorff weiterentwickelt.

 

Seit 2019 unter dem Namen OPIOSTOP

Mit ihrer grossen Erfahrung aus zahlreichen durchgeführten Behandlungen hat Dr. med. P. Manndorff das ANR-Verfahren laufend weiterentwickelt. Seit 2019 führt sie den Opiatentzug unter Narkose unter dem eigenen und geschützten Namen OPIOSTOP durch. Besonders wichtig für Dr. P. Manndorff sind die individuelle und auf den Patienten oder die Patientin angepasste Therapie, die persönliche 1:1 Betreuung jedes Patienten während der Zeit auf der Intensivstation und die Beratung vor und nach dem Entzug.

 

Erfahrung aus über 150 Behandlungen

Folgende wichtigen Erkenntnisse lassen sich aus den über 150 Entzugsverfahren unter Narkose mittels OPIOSTOP am Spital Interlaken zusammenfassen:

  • OPIOSTOP ist ein wirksames, zweckmässiges und wirtschaftliches Verfahren zur Behandlung der Opiatabhängigkeit, unabhängig davon, welches Opiat aus welchem Grund konsumiert wurde.

  • OPIOSTOP ist geeignet für alle Formen der Opiatabhängigkeit, unabhängig davon, vor welchem psychosozialen Hintergrund sich diese abspielt.

  • OPIOSTOP ist den herkömmlichen Entzugsverfahren überlegen.

  • OPIOSTOP ist sicher. Allfällige Komplikationen lassen sich durch ein adäquates intensivmedizinisches Setting in der Regel vermeiden, auffangen und beheben.

OPIOSTOP

Spitäler fmi AG, Spital Interlaken
Weissenaustrasse 27
3800 Unterseen

Tel. +41 33 826 26 26

opiostop@spitalfmi.ch

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