Das Funktionsprinzip von
OPIOSTOP – einfach erklärt.

DAS FUNKTIONSPRINZIP VON OPIOSTOP

 

Endorphine – natürliche Opioide

Jeder Mensch bildet in seinem Körper Opioide, die natürlichen Endorphine. Sie sind hochpotent und weit mehr als nur Glückshormone. Sie sind die besten Schmerzmittel, die wir besitzen. Sie steigern die Aufmerksamkeit, entspannen und spielen eine wichtige Rolle für den Schlaf. Die Produktion der Endorphine wird über Reize wie beispielsweise körperliche Bewegung, Sport, sexuelle Aktivität, intellektuelle Reize, Musik, Anspannung, Schmerz oder Erregung reguliert. Wir fühlen uns nach sportlichen Aktivitäten trotz muskulärer Erschöpfung ausgeglichen und wohl – das ist die Wirkung unserer Endorphine.

 

Abnehmende Wirkung trotz erhöhter Dosis

Menschen, die wiederkehrend und über einen längeren Zeitraum Opioide von Aussen zuführen, unterdrücken die körpereigene, natürliche Endorphinproduktion und verhindern damit das «natürliche Doping» des Körpers. Dies ist der erste Schritt in die Abhängigkeit: die Betroffenen spüren, dass sie mangels eigenem Endorphin auf die tägliche Zufuhr der Substanz von Aussen angewiesen sind. Mit zunehmendem Konsum über längere Zeit entwickelt sich eine selbstverstärkende und sich selbst unterhaltende Spirale, das Endstadium der Abhängigkeit. Es werden immer höhere Dosierungen benötigt, um die ursprüngliche Wirkung zu erzielen. Die Wirkung wird aber trotz grosser Dosen immer schwächer.

 

Keine Balance mehr

Die Balance zwischen Opioidrezeptor und Opioid ist verloren. Die Rezeptoren, die Andockstellen für die Opioide im Gehirn, werden hochreguliert und eine immer höhere Dosis an Opioiden wird benötigt, um diesen neurobiochemischen Durst zu löschen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Abhängigkeit ein illegaler Drogenkonsum – Drogenpatienten – oder eine ärztlich verschriebene Schmerztherapie – Schmerzpatienten – zugrunde liegt.

 

OPIOSTOP wählt anderen Weg

Ein Stoppen der Opioide führt zu schweren, schmerzhaften körperlichen Entzugssymptomen, ein Zustand den ein Abhängiger unter allen Umständen zu vermeiden versucht. Ist der Entzug trotzdem einmal geschafft, kommt es nach dem herkömmlichen Entzug oft zum «Reissen», dem «unstillbaren Hunger nach der Substanz» und einer dadurch bedingten hohen Rückfallquote. Die OPIOSTOP-Behandlung geht hier einen anderen Weg. Die Opioidrezeptoren werden unter Anästhesie individuell nach der Vorgeschichte, Dauer der Abhängigkeit und nach den klinischen Symptomen während des Entzuges in mehreren Schritten blockiert. Dies gelingt mit Hilfe des Opiatantagonisten Naltrexon, der sehr gut in den Rezeptor passt (hohe Affinität), dort aber keine Wirkung entfalten kann (fehlende intrinsische Wirkung).

Blockade der Opioidrezeptoren unter Narkose

Es ist vergleichbar mit einem Schlüssel, der zwar in ein komplexes Schloss passt, aber das Schloss nicht entriegeln und damit die Türe nicht öffnen kann. Das Naltrexon blockiert auf chemischem Weg den Opioid-Rezeptor und schaltet ihn damit aus. Damit wird das Behandlungsziel der OPIOSTOP-Behandlung erreicht, die ursprüngliche, natürliche Balance zwischen Opioid-Rezeptor und Endorphin wieder herzustellen. Der Patient kann nach dem Entzug die positiven Eigenschaften der Endorphine wieder spüren und geniessen. Das Verlangen nach dem künstlichen Opioid wird sehr klein und irrelevant. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass der Entzug unter Narkose stattfindet, deshalb nicht bewusst erlebt wird und zeitlich sehr viel schneller abläuft.

 

Nachbehandlung mit Naltrexon 

Die Naltrexon-Blockade muss nach der Anästhesie noch über mehrere Monate hinweg aufrecht erhalten werden. Ein zu frühes Absetzen führt erneut zum Verlangen und «Craving», ein Rückfall ist damit vorprogrammiert. Nach ungefähr einem Jahr beginnt der Körper, die natürliche Balance zwischen Rezeptor und Endorphin wieder zu etablieren, jetzt kann die künstliche Blockade mit dem Naltrexon schrittweise über eine Dosisreduktion zurück gefahren und letztlich gestoppt werden. Erst nach Stopp des Naltrexon ist die OPIOSTOP-Therapie beendet.

DIE VIER BEHANDLUNGSSCHRITTE

Das Funktionsprinzip von OPIOSTOP basiert auf dem ANR-Verfahren (Accelerated Neuroregulation) und umfasst zusammenfassend folgende vier Behandlungsschritte:

  1. Durch eine Ansäuerung des Stoffwechsels wird ein Ausschwemmen der Opiatreservoire im Knochen und Fettgewebe angestrebt.
     

  2. Unter Narkose wird mittels einer individuellen Naltrexon-Blockade eine Regulation der Opiatrezeptoren durchgeführt.
     

  3. Das unter der externen Opiateinnahme unterdrückte Endorphinsystem wird wieder stimuliert.
     

  4. Durch die Einnahme von Naltrexon in Tablettenform erfolgt während 12 bis 18 Monaten eine Nachbehandlung. Erst danach ist die Behandlung abgeschlossen.

     

OPIOSTOP

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