Der Ablauf einer OPIOSTOP-Behandlung im Detail

ECKDATEN

 

BEHANDLUNGSORT: Spitäler fmi AG, Spital Interlaken

 

DAUER:

Der eigentliche Entzug im Spital Interlaken dauert rund 2.5 Tage. Anschliessend verbringen Sie weitere zwei Tage in einem Hotel in Interlaken für die posttherapeutische Phase. 

 

PSYCHIATRISCHE BETREUUNG:
Manche Patientinnen und Patienten wünschen oder brauchen aufgrund ihrer Vorgeschichte und Begleiterkrankungen anstelle der Hotelphase eine stationäre psychiatrische Betreuung nach dem Entzug. Diese kann am Spital Interlaken im stationären Setting der psychiatrischen Krisenintervention erfolgen oder auch in der Nähe des Wohnorts.

 

ÄRZTLICHES BEHANDLUNGSTEAM:

Dr. med. Patricia Manndorff
Chefärztin Institut für Anästhesie und Intensivmedizin Spital Interlaken 
Fachärztin FMH für Anästhesiologie Anästhesiologische Intensivmedizin

 

Dr. med. Thomas Ihde
Chefarzt Psychiatrische Dienste Spitäler fmi AG
Psychiatrie und Psychotherapie FMH

 

PFLEGETEAM:

Das P­flegeteam besteht ausschliesslich durch in OPIOSTOP geschulte Fachpersonen aus der Anästhesiefachpflege, Intensivfachp­flege und Stationspflege.

Information und Anamnese
Vorher

Im Vorfeld der Behandlung erhalten Sie ausführliche Informationen über das Verfahren durch Dr. med. P. Manndorff und ihr Team. Dabei werden alle Ihre offenen Fragen geklärt. Danach werden in der Anamnese alle konsumierten Substanzen detailliert erfasst. Zudem werden allfällige Nebenerkrankungen, Medikamenten-Unverträglichkeiten oder -Allergien und potentielle Risiken durch das Anästhesieverfahren geklärt. In einem psychiatrischen Screening werden Ihre Motivation für die Behandlung und allfällige psychiatrische Begleiterkrankungen und Stolpersteine thematisiert. Erfasst werden auch Ihr psychosozialer Hintergrund, wichtige biografische Daten und Ressourcen in Ihrem Umfeld für die Nachbehandlung.

Letztes Gespräch
Tag 0

Am Vortag des stationären Eintrittes haben Sie ein letztes Gespräch im Spital Interlaken mit Dr. med Patricia Manndorff und fakultativ dem spezialisierten Hausarzt. Es erfolgt ein letzter Gesundheitscheck vor dem Eingriff und eine abschliessende Beurteilung Ihrer Eignung. Bei längerer Anreise werden Sie danach für die erste Nacht in ein Hotel in Interlaken einchecken. Die letzte Mahlzeit erfolgt um 18:00 Uhr.

Sicherer Entzug unter Narkose
Tag 1

Sie treten morgens um 07:00 Uhr nüchtern ins Spital Interlaken ein. Danach erfolgt eine Phase bis 12:00 Uhr, in der Ihre Organsysteme durch regelmässige Medikamentengaben beruhigt und auf den kommenden Entzug vorbereitet werden.

 

Um 12:00 Uhr werden Sie auf die Intensivstation verlegt und die Anästhesie wird gestartet. Danach erfolgt der körperliche Entzug mit zwei bis drei Naltrexonzyklen, individuell auf Sie dosiert über 5-6 Stunden. 

 

Während der Anästhesie und des Entzuges werden Ihr klinischer Zustand und die Veränderungen Ihrer Werte ständig monitorisiert, beobachtet und neu beurteilt. Die Behandlung wird individuell auf Sie angepasst und laufend evaluiert. Entzugssymptome als Folge der Stressantwort (Noradrenalin) des Körpers werden unter der Narkose konsequent behandelt, so dass sich der Blutdruck, die Herzfrequenz und Atemfrequenz im Normbereich befinden. Die Behandlungssicherheit ist gross: Dr. med. P. Manndorff und die diplomierten Fachpflegekräfte sind kontinuierlich am Bett.

 

Gegen 18:00 Uhr wird die Anästhesie bei Ihnen beendet. Anschliessend bleiben Sie zur Überwachung noch zwei Stunden auf der Intensivstation. Während dieser Zeit werden Sie direkt durch die Intensiv- oder Anästhesiefachpflege betreut.
Dr. med. Patricia Manndorff wird Sie kontinuierlich vor Ort überwachen.


Gegen 20:00 Uhr erfolgt Ihre Rückverlegung auf die Normalstation. Sie werden während der gesamten Nacht mit einer Sitzwache begleitet. Somit können Magen-Darmsymptome oder Unruhe unmittelbar behandelt werden. Der leitende Anästhesiefachpfleger und Dr. med. Patricia Manndorff stehen Ihnen über Nacht im Pikettdienst zur Verfügung. Die Sicherheit eines  Regionalspitalzentrums mit sämtlichen ärztlichen und pflegerischen Präsenzdiensten rund um die Uhr ist vorhanden.

Ruhe und Erholung
Tag 2

Der zweite Tag dient der Ruhe und Erholung und wird zur Behandlung der häufig auftretenden Magen-Darmproblematik benutzt. Sie werden mit dem Trinken und Essen beginnen und können kleine Spaziergänge machen. Ab dem Nachmittag können Sie wieder Besuch von Angehörigen oder Freunden empfangen. Sollten Sie Probleme im psychischen Bereich haben, kann ein Gespräch mit den Ärzten aus der Psychiatrischen Klinik für Sie vereinbart werden.

Übertritt ins Hotel
Tag 3

Sie treten gegen Mittag aus dem Spital aus und werden in Begleitung einer Person Ihres Vertrauens wieder in das gebuchte Hotel in Interlaken einchecken. Die Begleitperson ist erforderlich, um Sie möglichst unmittelbar zu körperlichen und geistigen Aktivitäten zu motivieren. Dies beschleunigt die Endorphinproduktion und damit Ihr Wohlbefinden, da die Balance zwischen Opiat und Rezeptor früher erreicht wird. Die medizinische Verantwortung für die weitere Therapie geht nun von Dr. P. Manndorff an den spezialisierten Hausarzt über. Diese wird Sie noch gleichentags besuchen und am Abend telefonisch konsultieren.

Aktiv bleiben
Tag 4

Verbringen Sie einen möglichst aktiven Tag. Am Morgen und Abend erhalten Sie eine telefonische Visite durch Ihren spezialisierten Hausarzt, tagsüber werden Sie zusätzlich von ihm visitiert.

Abschlussvisite
Tag 5

Am Morgen erhalten Sie erneut einen Anruf durch Ihren spezialisierten Hausarzt, gegen Mittag findet die Abschlussvisite im Hotel oder im Spital Interlaken statt. Anschliessend können Sie die Heimreise antreten.

Erholung Zuhause
Tag 6 - 14

Bitte nehmen Sie sich für die Therapie insgesamt mindestens zwei Wochen Auszeit. Sie werden sich am Anfang noch geschwächt fühlen, schlafen noch nicht ausreichend und zeigen eine grosse Sensibilität, da Gefühle, Empfindungen, Geruch und Geschmack nach dem Entzug völlig neu erlebt werden. Nach zwei Wochen haben Sie sich ausreichend stabilisiert, um sich Ihrem beruflichen Alltag wieder stellen zu können.

Nachbehandlung
ab Tag 15

Nach dem Entzug finden fest vereinbarte Nachuntersuchungen bei Ihrem Hausarzt oder Dr. med. P. Manndorff statt. Die Nachuntersuchungen sind zu Beginn regelmässig, später nach Bedarf alle zwei bis drei Monate. Die Naltrexondosis muss strikt täglich eingenommen werden und wird ab dem 12. Monat langsam reduziert. Üblicherweise kann die Medikation nach 18 Monaten nach dem Entzug gestoppt werden. Die Vorgaben des spezialisierten Hausarztes zu der Naltrexoneinnahme müssen Sie strikt befolgen, ansonsten gefährden Sie den Erfolg der Behandlung. Erst nach Stoppen des Naltrexons ist die Behandlung beendet. Naltrexon selbst macht nicht süchtig, sondern behandelt die vorbestehende Sucht. Das Medikament wird üblicherweise im Dauerrezept abgegeben und kann innerhalb der EU problemlos bei Auslandsreisen mitgeführt werden.

OPIOSTOP

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