Was bedeutet Opiatabhängigkeit?
Mehr über die Symptome und Auswirkungen

WAS IST EINE OPIATABHÄNGIGKEIT?

Wer unter einer Opiatabhängigkeit leidet, ist süchtig nach Opiaten oder Opioiden. Das Krankheitsbild ist durch ein starkes Verlangen (sog. “Craving”) nach dem Konsum der entsprechenden Substanzen und damit verbundenen negativen gesundheitlichen und sozialen Folgen gekennzeichnet. Wenn eine Weile keine Opiate eingenommen werden, kommt es bei Erkrankten in der Regel zu Entzugserscheinungen.

Von einer Opiatabhängigkeit spricht man unabhängig davon, ob die Abhängigkeit aus einem illegalen Drogenkonsum entstanden ist oder sich auf Basis einer chronischen Schmerzerkrankung entwickelt hat.

Was sind Symptome einer Opiatabhängigkeit?

Symptome einer Opiatabhängigkeit können die folgenden sein:

  • Ein starkes Verlangen, eine opiathaltige Substanz zu konsumieren

  • Bedingter oder vollständiger Kontrollverlust bezüglich des Konsums

  • Körperliche Entzugserscheinungen (z.B. Depression, Angstzuständen, starke Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Frieren, Schmerzen, Übelkeit, u.v.m.)

  • Substanzgebrauch mit dem Ziel, Entzugserscheinungen zu mildern

  • Toleranzentwicklung, d.h. eine Gewöhnung an immer höhere Dosen der Substanzen

  • Vernachlässigung anderer Vergnügen, Interessen oder Aktivitäten

  • Anhaltender Konsum trotz Nachweis eindeutiger schädlicher Folgen (körperlich und/oder psychisch)

  • Unflexible Verhaltensmuster im Umgang mit der Substanz

Abhängigkeit vs. Sucht

Eine Abhängigkeitserkrankung ist per Definition von einer Suchterkrankung zu unterscheiden: Die Abhängigkeit (dependency) entspricht dem nicht unterdrückbaren «Hunger», also der direkten körperlichen Abhängigkeit. Sucht (addiction) hingegen entspricht der willentlich steuerbaren «Lust» auf die euphorisierenden Wohlfühleffekte der Opioide, resp. dem «Kick» oder dem «Flash».

AUSWIRKUNGEN UND FOLGEN EINER OPIATABHÄNGIGKEIT 

Soziale Folgen

Eine Opiatabhängigkeit dominiert das Leben der Betroffenen, wobei sich diese in einer Abwärtsspirale mit einer zunehmenden Perspektivlosigkeit wiederfinden werden. Typisch sind Verlust der Lebensqualität und Selbstbestimmung, Verlust der Arbeit, Isolation, psychiatrische Folgeerkrankungen, Infektionen und finanzielle Probleme.

Körperliche Folgen

Die Folgen bei Opiatabhängigkeiten sind immer die gleichen: Die tägliche Dosis kann nicht ausgelassen werden, ohne dass schwere oder sogar  lebensbedrohliche Entzugssymptome – wie beispielsweise Depression, Angstzuständen, starke Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Frieren, Schmerzen, Übelkeit, u.v.m. – ausgelöst werden. 

Neben dieser körperlichen Folgen, führt eine Abhängigkeit auch zu starken biochemischen Veränderungen im Nervensystem: Das Gleichgewicht zwischen den körpereigenen, natürlichen Opioiden (den Endorphinen) und den Opioidrezeptoren wird massiv gestört.

DER ENTZUG BEI EINER OPIATABHÄNGIGKEIT

 

​Wobei hilft ein Entzug?

Ein herkömmlicher Entzug soll Abhängigkeitserkrankten helfen, die körperlichen Folgen zu überwinden. Die Vorstellung, dass ein erfolgreicher Entzug und die Abstinenz vom Opioid die Krankheit heilen, bzw. die Abhängigkeit schwinden lassen, ist so jedoch nicht ganz richtig: Die gestörte Balance im Gehirn wird damit nicht behoben. Es bleibt über Jahre hinweg ein Verlangen nach dem Opioid bestehen, da die positiven Eigenschaften der körpereigenen Endorphine aufgrund dieses Ungleichgewichtes ihre volle Wirkung nicht entfalten können.​

Angst vor dem Entzug

Das früher erlebte Hochgefühl, die Wärme und das Gefühl der Vollständigkeit und Liebe schwinden mit Dauer der Abhängigkeit. Am Ende geht es nur noch darum, einen Entzug unter allen Umständen zu vermeiden, da er grosses körperliches Leid auslöst und aufgrund des bleibenden Verlangens nach einer Substanz einen Rückfall dennoch nicht ausschliesst.

Der Entzug stellt für viele Abhängigkeitserkrankte eine scheinbar unüberwindbare Hürde dar. Ihre Angst vor einem erneuten Entzug entsteht aufgrund der schmerzhaften Entzugserscheinungen, der oft wiederholten erfolglosen Entzugsversuche und dem bleibenden Verlangen nach dem Opiat nach dem Entzug. 

START IN EIN OPIATFREIES LEBEN

 

Worin unterscheidet sich eine OPIOSTOP-Behandlung von einem herkömmlichen Entzug?

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Entzugs-Therapie findet die OPIOSTOP-Behandlung unter Narkose statt: Mithilfe des medikamentösen Opiatblockers Naltrexon werden Opiadrezeptoren im Gehirn der Patiennt:innen blockiert. Dies etabliert die Balance zwischen Opioid und Rezeptor neu, verkürzt die Entgiftungsphase des Entzugs massiv und verhindert das unstillbare Verlangen nach dem Opioid fast vollständig. Lesen Sie hier mehr über das genaue Funktionsprinzip der OPIOSTOP-Behandlung.

Erfolg einer OPIOSTOP-Behandlung

Diese neu etablierte Balance zwischen Opioid und Rezeptor dürfte die Erklärung für die guten Resultate der OPIOSTOP-Behandlung sein. Fast alle erfolgreich behandelten Patient:innen hatten bereits mehrere herkömmliche Entzugsbehandlungen und -therapien hinter sich. Erst durch OPIOSTOP gelang aber der erfolgreiche Start in ein drogenfreies Leben. Lesen sie hier von Erfahrungsberichten von unseren ehemaligen Patient:innen.

Eignet sich die Behandlung für Sie?

Sowohl Betroffene als auch Angehörige dürfen jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen, um unverbindlich Informationen über das Verfahren einzuholen. Gerne beantworten wir Ihre Fragen. 

Interessieren Sie sich bereits konkret für den Opiatentzug unter Narkose? Um festzustellen, ob Sie sich für die OPIOSTOP-Behandlung eignen, können Sie unseren ärztlichen Fragebogen ausfüllen und einsenden, damit wir Ihre Situation realistisch einschätzen können.